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Spaß mit Reiswaffeln, Teil II

Heute mal eine lustige Anekdote: Als ich gerade frisch angefangen hatte, mich vegan zu ernähren, waren wir bei den Schwiegereltern zum Kuchen eingeladen. In der sicheren Überzeugung, dass ich aus obskuren Gründen den Weg der totalen Askese gewählt haben muss, gab es für alle Sahnetorte und Obstkuchen und für mich – ich hatte es ja offenbar nicht anders gewollt und irgendwas MUSS man der doch anbieten können… – eine Reiswaffel. Nun ja, die Geste zählt – immerhin hatten sie es versucht! Und da ich eigentlich nicht der ultimative Asket bin, hatte ich zum Glück auch die Tasche voll mit extraschokoladigen, extrafeuchten Brownies. Trotzdem gingen mir die Reiswaffeln nicht so recht aus dem Kopf… deshalb zeige ich heute mal, wie man mit den Dingern richtig viel Spaß haben kann (wenn man gerade keinen Bock auf Mettigelkneten hat)! Die Zutaten gibt’s alle beim winzigen Laden bei uns um die Ecke, das beweist – man kriegt sie ÜBERALL!

Diese Dinger sind übrigens absolut empfehlenswert, wenn man gerade Lust auf Erdnuss-Schokoriegel und weiche, karamellige Textur hat….

Erdnuss-Schoko-Würfel

Schwierigkeit: *

Dauer: 10 min + 1 Stunde im Kühlschrank

Zutaten:

  • 240 ml Zuckerrübensirup
  • 240 ml + 2 TL Erdnussbutter
  • 10 Reiswaffeln
  • 240 ml Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, …)
  • 1 Tafel Halbbitterschokolade
So geht’s:
1. Am besten man bereitet als erstes eine Form vor. Ich habe eine 18-cm-Springform, die sich ganz formidabel eignet, aber es geht sicherlich auch eine mittelgroße Auflaufform oder ähnliches. Die Erdnusswürfel müssen nicht in den Ofen, deshalb einfach irgend eine Gefäß nehmen, das sich nicht nach unten verjüngt und mit Pergament- oder Backpapier auskleiden.
2. Nun kommt die Schokolade: Wer faul ist, bricht sie in Stücke, wer fleißig ist, raspelt sie ganz fein. In jedem Fall muss die Tafel Schoko mit den 240 ml Erdnussbutter im Wasserbad geschmolzen werden (also z.B. einen kleinen Topf mit etwas Wasser vollgießen, zum Kochen bringen, wieder ausstellen und die Zutaten in einer kleinen Schüssel in den Topf stellen und ab und an rühren).
3. Während die Schokolade und Erdnussbutter schmelzen, die Reiswaffeln zerkleinern. Die beste Technik, die ich dafür bisher habe, ist, sie seitlich in eine Schüssel zu drücken. Vielleicht lässt sich das noch verbessern, aber seitlich sind sie offenbar deutlich schwächer als frontal. 🙂
4. Nun wird der Sirup im kleinen Topf zum Köcheln gebracht. Die 2 TL Erdnussbutter darunter rühren, dann die Reiswaffeln und die Nüsse dazugeben. Achtung, die Masse kühlt ab jetzt schnell ab, deshalb muss der nächste Schritt schnell gehen:
5. Die Hälfte der Reiswaffeln in die vorbereitete Form geben, dann flach drücken. (Das geht am besten mit einem Glas, das unten mit etwas Wasser angefeuchtet ist.) Hierauf kommt nun die Schoko-Erdnussmasse und, last but certainly not least, der Rest der Reiswaffeln. Am Ende wieder abflachen.
6. Das ganze muss jetzt für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank. Danach die Erdnusswürfel in kleine… naja, meinetwegen auch Rauten! schneiden und essen! Viel schafft man davon aber nicht, der Rest hält sich in der Keksdose ein paar Tage.

Scones-Variationen

Den Brombeerscones folgten die Apfel-Rosmarin-Scones, langsam sind die Äpfel abgeerntet und die Gewürzscones setzen sich in meiner Küche durch… und jedesmal will irgendwer das Rezept haben, deshalb mache ich es mir jetzt mal einfacher und poste es hier! 🙂 Die unschlagbaren Argumente für meinen hohen Scones-Konsum (abgesehen vom unglaublich guten Geschmack!) finden sich nämlich schon in den nächsten 2 Zeilen!):

Hier die Vollkorn-Version mit Kardamom und Heidelbeeren

Dauer: Vorbereitung 5 min + ggf. 5 min zum Früchte klein schneiden + 18-20 min im Ofen

Schwierigkeit: *

Zutaten:

  • 150 ml Pflanzenmilch
  • 1 TL Apfelessig
  • 300 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • Prise Salz
  • 180 g Zucker
  • 100 g Margarine
  • 1 EL Raps- oder Leinöl
So geht es:
Den Ofen auf 190 °C vorheizen. Die Milch mit dem Essig verrühren und kurz stehen lassen. Währenddessen in einer Schüssel Mehl, Backpulver, Salz und Zucker vermischen. Die Margarine in Würfel schneiden und mit den Fingern in den Teig einarbeiten. Milch/Essig und Öl hinzufügen und mit einem Löffel verrühren, bis alles gerade so vermischt ist – Achtung, nicht zu lange rühren, sonst haben die Scones nicht die typische Textur! Die Scones können jetzt mit 2 Esslöffeln auf ein gefettetes oder mit Backpapier ausgelegtes Blech gelegt und in den Ofen geschoben werden. Nach 18-20 min sind sie leicht gebräunt. Noch ein paar Minuten auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, dann noch lauwarm genießen.
Dazu passt:
Kaffee, ggf. etwas Marmelade oder Margarine.

Das Rezept kann lecker durch Früchte, Gewürze, Rosinen, Nüsse, Schokolade, usw. ergänzt werden!


Wunderbare Walnussschnecken

Im Park vor dem Haus stehen Walnussbäume, die fleißig von Passanten abgeerntet werden. Das ist prima, gesund und lecker, hier also mein letztwöchiger Versuch meinen erbeuteten Anteil noch leckerer zu machen! 🙂 Leider war die Menge erschlagend, so dass ich jetzt mal das halbe Rezept angebe. Reicht immer noch für so ca. 4 Personen.

Dauer: mit allem ca. 2 Stunden

Schwierigkeit: ***

Man braucht für den Teig:

  • 150 ml Sojamilch
  • 1 EL Margarine
  • 80 ml warmes Wasser
  • 1 1/2 TL Trockenhefe
  • 1/2 kg Mehl (Vollkorn, weiß oder gemischt)
  • 1 1/2 EL Zucker
  • je 1 Prise Salz, Kardamom, Zimt, Piment und Muskat
Für die Füllung:
  • 1 EL Margarine (geschmolzen)
  • 1 EL Ahornsirup
  • 1 EL Zucker
  • ca. 150 g Walnusskerne
  • 3 EL Rosinen (wer mag)
Für die Zitronenglasur:
  • Puderzucker
  • 2-3 TL Zitronensaft
Das eigentliche Rezept:
  1. Die Sojamilch mit der Margarine kommen in einem kleinen Topf auf den Herd. Erhitzen, bis die Margarine geschmolzen ist, dann abkühlen lassen.
  2. Warmes Wasser und Hefe in eine Tasse füllen und ebenfalls zur Seite stellen, bis die Hefe zu gären beginnt.
  3. In einer großen Schüssel Mehl, Zucker, Salz und Gewürze miteinander vermischen, dann in die Mitte eine Mulde drücken. Der erfahrene Bäcker ahnt schon, was nun kommt: Sofern die Sojamilch mittlerweile nur noch etwa lauwarm ist und die arme Hefe unterstützt, nicht tötet, die beiden Flüssigkeiten miteinander vermischen und in die Mulde schütten.
  4. Es folgt eine Runde Kneten: zunächst in der Schüssel, wenn man mehr Platz braucht, auf der bemehlten Arbeitsfläche. Ggf. muss nun etwas Mehl zugegeben werden, denn der Teig soll nicht mehr dolle kleben und muss ausrollfähig werden!
  5. Wenn der Teig die richtige (d.h. nicht klebrige) Konsistenz hat, kommt er zurück in die Schüssel und wird zum Schlafen an einen warmen zugfreien Ort gebracht und zugedeckt. Etwa eine Stunde Ruhe braucht der Teig. Zwischendurch mal gucken, ob er auch gut träumt – das erkennt man daran, ob er sich sichtlich vergrößert. 🙂
  6. In der Zwischenzeit schon einmal ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Füllung zusammenrühren (mit Nüsse knacken kann man sich die Zeit auch gut vertreiben). Wer jetzt noch Zeit hat, kann an dieser Stelle etwas tun, was er schon ewig machen wollte – Mutti anrufen, Kühlschrank aufräumen, Kreuzworträtsel lösen, Zehennägel schneiden, den Nachbarn ärgern… aber leise, der Teig braucht Ruhe!
  7. Wenn der Teig nun endlich fertig ist, kann er auf der wieder frisch bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt werden. Die Form, die dabei entsteht, sollte grob rechteckig sein und ca. 1 cm dick.
  8. Unter Aussparung der unteren 5 cm Längsseite wird das Rechteck nun mit der Füllung bestrichen. Danach kann er von oben zur leeren Seite aufgerollt werden und in Scheiben (ca. 2 1/2 cm dick) geschnitten werden. Bevor die Füllung wieder rausfällt, direkt auf das Backblech mit den Schnecken.
  9. Die Schnecken müssen jetzt auch noch ein bisschen ruhen. Wieder abdecken (ggf. mit einer Schicht Frischhaltefolie dazwischen) und ca. 30 min gehen lassen.
  10. In der Zwischenzeit den Ofen schon einmal auf 180°C vorheizen (Umluft 160°C).
  11. Die Schnecken müssen, wenn ihre Zeit gekommen ist, für 25-30 min in den Ofen, bis sie goldbraun sind.
  12. Auf einem Kuchenrost abkühlen lassen, dabei aber schon einmal den allerletzten Schritt vorbereiten: Ca. 2 TL Zitronensaft mit 4 gehäuften EL Puderzucker vermischen. Der entstehende Zuckerguss sollte dickflüssig sein.
  13. Zuckerguss in einem dünnen Strahl vom Löffel auf die Schnecken laufen lassen.
Dazu passt: Kaffee!!!

Mein erster Strudel

Heute ist ja Tag der Deutschen Einheit, da dachte ich mir, ich steuere auch mal etwas bei – einen traditionellen Apfelstrudel. Bisher hatte ich mich nicht wirklich dran getraut, da sich das „Ausrollen auf der bemehlten Tischdecke“, das sich so im Backbuch fand, nach echt fiesem Schmodder anhört! Ich habe mal die Methode geändert, denn bevor ich meine selbst genähte Tischdecke freiwillig bemehle, muss schon ein bisschen mehr kommen als Tag der Deutschen Einheit! Hat zum Glück geklappt. 🙂

Wem das Nationalgeseihere so gar nicht nahe geht, lässt sich sicherlich mit dem unschlagbarsten aller Argumente überzeugen: Der Zucker karamelisiert in den Strudelecken und vermischt sich mit den Cashews zu einer unnachahmlichen Masse – das ist einfach nur wahnsinnig lecker und die Mühe 1000 Mal wert!!!

Dauer: insgesamt ca. 1 Stunde 15, aber nicht allzu lange aktiv

Schwierigkeit: ***

Das braucht man für den kleinen Apfelstrudel (ergibt etwa 8 Stücke wie auf dem Foto): 

  • 100 g Weizenmehl (diesmal bitte weißes nehmen!)
  • 40 ml lauwarmes Wasser
  • 50 g zerlassene Margarine (Öl geht auch, dann aber bitte was geschmacksneutrales! Wenn jemand Olivenöl nimmt, will ich mir das Geheule nicht anhören! :-))
  • 500-600 g Äpfel (sind so nach Größe 4-6 Stück)
  • 1/2 Bio-Zitrone, Schale und Saft
  • 25 g Rosinen
  • Prise Zimt
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 3 EL Zucker + 1 TL Zucker zum Bestreuen
  • 3 EL gehackte, gestiftelte oder sonstwie zerkleinerte Cashewkerne oder Mandeln (bestimmt gehen auch andere Nüsse, da bin ich ganz zuversichtlich)
  • 1 Topf mit etwas Wasser
  • 1 großen Bogen Backpapier (Achtung, Recyclingtrick folgt! :-))

Seitenansicht

So löppt dat: 

1. Den Topf mit ganz wenig Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Sinnvollerweise kann man das Wasserbad gleich dazu benutzen, um die Margarine zu zerlassen. (Oder hat das jetzt wirklich jemand schon beim Anblick der Zutatenliste getan? Falls ja: Reschpekt!)

2. Währenddessen macht man denn mal den Teig. Dafür das Mehl auf eine Arbeitsfläche geben (oder in eine große Schüssel, wenn man keinen Bock auf Putzen hat und eine Spülmaschine besitzt). Nacheinander das Wasser, etwas Salz und – Achtung – die Hälfte der Margarine dazu geben.

3. Der Teig wird so lange geknetet, dass man ihn zu einem dicken Ball formen kann. Ins Backpapier einwickeln, das Wasser aus dem Topf mit einem Teebeutel in eine Tasse geben (oder wegschütten, wenn’s sein muss), den Herd ausstellen und den Teig im Pergament in den heißen Topf legen, Teller oder Deckel drauf. Das bleibt jetzt so 20 min stehen.

4. In der Zwischenzeit die Äpfel schälen und würfeln. Am besten gleich mit etwas Zitronensaft besprenkeln, damit die Äpfel nicht braun werden. Zitronen gut mit heißem Wasser abspülen und etwas von der Schale über die Äpfel reiben, alles mit Rosinen und Zimt vermischen.

5. Langsam mal den Ofen einschalten, es wird Zeit: 175°C bei Ober/Unterhitze, 160°C bei Heißluft.

5. Nun kommt die einzig anspruchsvolle Stelle im Rezept: der Teig muss ausgerollt werden. Und zwar so dünn, dass er durchsichtig wird. Das geht aber ziemlich leicht, weil er kaum klebt. Hier kommt der Recyclingtrick: Das Backpapier kann nun statt der in liebevoller Kleinarbeit mit dem Mund unter Wasser geklöppelten Tischdecke als Unterlage genommen werden und muss nicht einmal bemehlt werden! Genial, oder? Nach dem ersten Ausrollen ist der Teig eher rund. Mit den Händen unter den Teig greifen und vorsichtig in eine rechteckige Form ziehen. So in etwa jedenfalls. Er schmeckt ja notfalls auch schief…

6. Jetzt wird der Teig mit etwas von der geschmolzenen Margarine eingepinselt. Darauf kommen die Semmelbrösel. Nun bitte nur noch die untere Längsseite belegen: Zucker, Cashews/Mandeln/Nüsse und die Apfelmischung drauf und von der dicken Seite aus aufrollen, indem man unter das Backpapier greift. Jetzt kann man die Enden etwas zusammendrücken und mit dem Backpapier zum Ofen tragen und dort aufs Backblech legen.

7. Der Strudel muss immer mal wieder mit der Margarine eingepinselt werden. Nach einer halben Stunde wird das letzte Mal gepinselt, diesmal gibt es noch den TL Zucker oben drauf. In aller Ruhe Kaffee kochen und der Strudel ist fertig!

Dazu gibt’s… Vanilleeis (z.B. Swedish Glace, wie auf dem Foto) oder -soße.