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Ziegenfreier Ziegenkäse – besser als das Original!

Die vegane Küche funktioniert häufig anders als die vegetarische. Veganer sind häufig sehr viel kreativer und experimentierfreudiger – ist ja auch kein Wunder, denn sie müssen aus weniger mehr machen. Einfach das Fleisch wegzulassen, ist ja keine Kunst. Aus veganen Rohstoffen einen ZIEGENKÄSE nachzubasteln schon. Nun gibt es aber das kleine Problem in meinem Spezialfall, dass ich Ziegenkäse noch nie so richtig leiden konnte. 🙂 Ich habe trotzdem nicht widerstehen können, als ich dieses Rezept gefunden habe. Das Zeug schmeckt so genial, dass ich heute morgen nach dem Aufstehen schon Brötchen in der Küche vorfand… 😉 Morgen poste ich aber noch ein Rezept für ein passendes Brot dazu, das absolut unschlagbar ist zu dem cremigen ‚Käse‘.

Schwierigkeit: ***

Dauer: Plant mal 1 1/2 Tage ein…

Zutaten: 

  • 180 ml Cashewkerne oder Cashewbruch
  • 1 TL Tahin (das ist Sesampaste, gibt es im Bioladen oder auch im Supermarkt)
  • 60 ml Olivenöl
  • 3 TL Zitronensaft
  • 1 geh. TL Salz
  • 2-3 EL Wasser
  • zum Verzieren: grob gemahlener schwarzer Pfeffer, Kräuterasche (siehe unten) oder frische Kräuter

So geht es weiter: 

  1. Die Cashews in ausreichend Wasser einweichen. Bei ganzen Cashews über Nacht, Cashewbruch ist schon nach 2 Stunden gut durchgezogen.
  2. Danach die Mischung in ein dünnes Sieb geben, das Wasser gut abtropfen lassen, dann die Kerne mit Tahin, Öl, Zitronensaft, Salz und den 2-3 EL Wasser pürieren.
  3. Wer ‚cheesecloth‘ hat, kann das nehmen – das ist ein sehr dünner Baumwollstoff für die Käseherstellung. Kann man beim Stoffhändler des Vertrauens vom Meter kriegen, ist aber etwas albern, extra dafür loszulaufen, wenn man genauso gut ein abgekochtes Küchentuch nehmen kann. (Bzw. meinen ersten Versuch habe ich mit Mullbinden aus dem abgelaufenen Verbandskasten gestartet. Das ging, abgesehen von der Größe der Tücher, auch ganz gut.)
  4. Wieder zur Sache: Die Käsemasse auf dem Tuch der Wahl ausbreiten und fest in der gewünschten Form einrollen. Die Enden des Tuches befestigen (z.B. mit Gummiringen)
  5. Der Käse bleibt so nun etwa 12 Stunden bei Raumtemperatur stehen. Danach kommt er ein paar Stunden in den Kühlschrank.
  6. Den Backofen auf ca. 140 °C vorwärmen. Den Käse auspacken, die Seiten glätten und wieder einwickeln, diesmal aber ohne Gummis oder andere Sachen, die nicht gerne mal bei 140 °C erwärmt werden. Käse mit Tuch in den Ofen und 35 min backen.
  7. Abkühlen lassen, in Umhüllung der Wahl wälzen, essen.

Für meinen gestrigen Käse habe ich als Umhüllung einmal Kräuterasche probiert. Hierfür jeweils 2 Blätter/Stängel Salbei, Oregano, Rosmarin und Thymian 20 min bei mittlerer Hitze in einem geschlossenen (und geschlossen bleibenden!) Topf erhitzen. Die verbrannten Kräuter lassen sich dann einfach zu Asche zerdrücken.

 

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Selbst gemachter Käse veganäse! :-)

Bin heute mal kurz falsch abgebogen beim Surfen und stand plötzlich vor einem Rezept für veganen Käse. Das ist ja ein heikles Thema. Es gibt ja durchaus vegane Alternativen, aber die meisten möchte man höchstens seinen Feinden aufs Pausenbrot schmuggeln und auch, wenn es mittlerweile einige gibt, die zumindest nicht unangenehm auffallen, suche ich noch immer nach einem, der mal positiv hervorsticht. Auf die Idee, mal selbst einen zu machen, bin ich aber komischerweise bisher nicht gekommen! Umso faszinierender fand ich den Gedanken und habe mich gleich mal ans Werk gemacht – unter vollem Einsatz, vom Mahlen der Cashews ist mir nämlich der Mixer geschmolzen! Ich glaube, ich frage mal im Bioladen, ob sie mir die nächstes Mal mahlen können… 🙂 Das Zeug ist nämlich richtig gut geworden, auch, wenn es nicht wirklich nach Käse schmeckt und vor allem nicht so aussieht.

Ich glaube, diese Pastete würde etwas mehr nach Käse aussehen, wenn ich ein paar Dinge anders gemacht hätte. Den Braunstich hat sie jedenfalls davon, dass ich braune Miso-Paste genommen habe. Denn mal ehrlich, ich wohne nicht in New York, wenn ich weiße Miso-Paste haben möchte, muss ich 100 km weit fahren. Aber ja, ich GLAUBE, da gibt es welche. Immerhin. 🙂

Dauer: ca. 20 min + ggf. 4 Stunden Kühlzeit

Schwierigkeit: ***

Das ist drin (ergab 2 Portionen wie auf dem Foto und genug Käsesoße für eine ganze Tüte Nachos! :-)):

  • 150 ml Cashews
  • 60 ml Hefeflocken
  • 1 Teelöffel Zwiebelpulver
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1/2 Teelöffel Knoblauchpulver
  • etwas weißer Pfeffer (ich hab schwarzen genommen… buuuh!)
  • 1 TL Rauchsalz
  • 400 ml ungesüßte Sojamilch
  • 40 ml Agar Agar Pulver (gibt’s im Bioladen)
  • 60 ml Öl
  • 1 EL Misopaste (dann wohl wirklich gelbe oder weiße… dumdidum…)
  • 1 Esslöffel Zitronensaft
  • 1 TL Dijonsenf
  • nach Belieben Kräuter, Gewürze, Knoblauch, Oliven, getrocknete Tomaten… hier lässt sich wohl alles einarbeiten!

Das Rezept:

  1. Die Cashews zerkleinern. Am besten mahlen. Dabei idealerweise keine Küchengeräte schmelzen… :-). Wer Zeit hat, kann sie auch erst ein paar Stunden (idealerweise über Nacht) einweichen. Kochen ist auch gut, dann geht auch der süßliche Geschmack raus.
  2. Die Gewürze dazu geben und alles Trockene miteinander vermischen.
  3. In einem kleinen Topf Sojamilch, Agar und Öl kurz zum Kochen bringen, dann die Temperatur herunterschalten und 10 min bei kleiner Hitze köcheln lasen. Dabei gut umrühren, damit das Agar nicht am Topfboden kleben bleibt!
  4. Nun die Cashewmischung unterrühren. Die Masse sollte weich und cremig sein. Mit Miso, Zitronensaft und Senf abschmecken. Auf Wunsch weitere Zutaten untermischen.
  5. a) Wer Käsesauce wollte: Die ist jetzt fertig! 🙂 b) Wer Schnittkäse möchte: in mehrere Behälter mischen und jetzt 4 Stunden in den Kühlschrank damit! Der Käse ist hinterher wunderbar schnittfähig und schmeckt super! Und das beste: er schmilzt auch beim Überbacken!

PS 1 1/2 Tage später: Nach einigem Nachdenken erscheint es mir etwas sonderbar, nicht früher darauf gekommen zu sein: EIGENTLICH dürfte es am einfachsten und günstigsten sein, die Cashews in eine verschließbare Tüte zu legen und mit dem Hammer zu zerkleinern!!! Ich werde mal noch ein wenig weiter mit dem Rezept experimentieren… das hat wahnsinniges Potential, noch zu einem ‚richtigen‘ Käseersatz zu werden! 🙂