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Selbst gemachtes Walnuss-Eis – ohne Eismaschine!

Ich will nicht lange um den kalten Brei herumreden… die Auswahl an veganem Eis ist MIES in Emden. Eine Eisdiele führt Sojaeis Vanille, im Supermarkt GAB es mal Swedish Glace, jetzt nicht einmal mehr das. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich nicht länger darauf warten will, dass mir jemand Eis macht – ich mach es selbst. Bevor ich nun allerdings auf gut Glück los ziehe, um mir eine Eismaschine zu kaufen, habe ich beschlossen, es erst einmal ohne zu versuchen. Die gute Nachricht: Es klappt ganz ausgezeichnet! Die schlechte: Es dauert eine ganze Weile, macht aber nicht übermäßig viel Arbeit.

Der Trick scheint vor allem das Pfeilwurz zu sein – denn das fungiert hier nicht nur als Verdickungsmittel, sondern verhindert auch, dass sich Eiskristalle bilden. Aber probiert es selbst! 🙂 Ich habe bisher zwei Sorten versucht – Walnuss-Ahornsirup und Pistazie, basierend auf Wheeler del Torros großartigem Buch The Vegan Scoop. Wie man das so kennt, bekommt man allerdings die Hälfte der Zutaten nicht hier, deshalb ist das hier schon quasi ein neues Rezept… 😉

Schwierigkeit: ***

Dauer: sage und schreibe ca. 6 1/2 Stunden (also besser nicht als Mittagsdessert einplanen… ;-))

Das braucht ihr (für 2-4 Portionen, je nach Größe –> ca. 300 g):

  • 120 ml Mandelmilch (oder andere Pflanzenmilch)
  • 1 Esslöffel Pfeilwurzpulver (gibt es im Reformhaus)
  • 120 ml Ahornsirup (ja, der ist teuer, aber da muss man jetzt durch!)
  • 1 Päckchen Oatly Hafer Cuisine
  • 50 g Zucker
  • 50 g gehackte Walnüsse

Und so wird ein Eis draus: 

  1. Schon einmal eine Rührschüssel in die Tiefkühltruhe stellen.
  2. In einer kleinen Schüssel 60 ml der Sojamilch mit dem Pfeilwurzpulver glattrühren und zur Seite stellen.
  3. Auf dem Herd in einem Topf den Ahornsirup zum kochen bringen und 10 min ohne Rühren köcheln lassen. In eine kleine Schüssel kippen und zur Seite stellen.
  4. Oatly mit der restlichen Sojamilch und dem Zucker vermischen, in den Topf füllen und aufkochen. Sobald die Mischung zu kochen beginnt, von der Kochplatte nehmen und mit dem Pfeilwurz vermischen. Die Mischung sollte hiervon sichtbar eindicken und fast eine puddingartige Struktur bekommen.
  5. Nun den Ahornsirup dazu mischen.
  6. Abkühlen lassen, dann etwa eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
  7. Nun kann die Masse in die tiefgekühlte Rührschüssel gefüllt werden. Etwa 1x die Stunde sollte die Eiscreme durchgemixt werden. Beim letzten Mixen die Walnüsse dazu geben. Es dauert etwa 4 Stunden Tiefkühlung, bis das Eis fertig ist.

Ich muss zugeben, ich habe es keine 4 Stunden ausgehalten und war zu neugierig. Außerdem fanden sich bei jedem Mixen Löffelspuren in der Masse (nein, ich war es nicht, aber ich HABE da so eine Theorie!!!), und ich bekam langsam Sorge, nichts mehr abzubekommen, deshalb sieht man auf dem Foto das Eis noch etwas geschmolzen aus. 🙂 Das war nach etwa 3 Stunden.

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Spaß mit Reiswaffeln, Teil II

Heute mal eine lustige Anekdote: Als ich gerade frisch angefangen hatte, mich vegan zu ernähren, waren wir bei den Schwiegereltern zum Kuchen eingeladen. In der sicheren Überzeugung, dass ich aus obskuren Gründen den Weg der totalen Askese gewählt haben muss, gab es für alle Sahnetorte und Obstkuchen und für mich – ich hatte es ja offenbar nicht anders gewollt und irgendwas MUSS man der doch anbieten können… – eine Reiswaffel. Nun ja, die Geste zählt – immerhin hatten sie es versucht! Und da ich eigentlich nicht der ultimative Asket bin, hatte ich zum Glück auch die Tasche voll mit extraschokoladigen, extrafeuchten Brownies. Trotzdem gingen mir die Reiswaffeln nicht so recht aus dem Kopf… deshalb zeige ich heute mal, wie man mit den Dingern richtig viel Spaß haben kann (wenn man gerade keinen Bock auf Mettigelkneten hat)! Die Zutaten gibt’s alle beim winzigen Laden bei uns um die Ecke, das beweist – man kriegt sie ÜBERALL!

Diese Dinger sind übrigens absolut empfehlenswert, wenn man gerade Lust auf Erdnuss-Schokoriegel und weiche, karamellige Textur hat….

Erdnuss-Schoko-Würfel

Schwierigkeit: *

Dauer: 10 min + 1 Stunde im Kühlschrank

Zutaten:

  • 240 ml Zuckerrübensirup
  • 240 ml + 2 TL Erdnussbutter
  • 10 Reiswaffeln
  • 240 ml Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, …)
  • 1 Tafel Halbbitterschokolade
So geht’s:
1. Am besten man bereitet als erstes eine Form vor. Ich habe eine 18-cm-Springform, die sich ganz formidabel eignet, aber es geht sicherlich auch eine mittelgroße Auflaufform oder ähnliches. Die Erdnusswürfel müssen nicht in den Ofen, deshalb einfach irgend eine Gefäß nehmen, das sich nicht nach unten verjüngt und mit Pergament- oder Backpapier auskleiden.
2. Nun kommt die Schokolade: Wer faul ist, bricht sie in Stücke, wer fleißig ist, raspelt sie ganz fein. In jedem Fall muss die Tafel Schoko mit den 240 ml Erdnussbutter im Wasserbad geschmolzen werden (also z.B. einen kleinen Topf mit etwas Wasser vollgießen, zum Kochen bringen, wieder ausstellen und die Zutaten in einer kleinen Schüssel in den Topf stellen und ab und an rühren).
3. Während die Schokolade und Erdnussbutter schmelzen, die Reiswaffeln zerkleinern. Die beste Technik, die ich dafür bisher habe, ist, sie seitlich in eine Schüssel zu drücken. Vielleicht lässt sich das noch verbessern, aber seitlich sind sie offenbar deutlich schwächer als frontal. 🙂
4. Nun wird der Sirup im kleinen Topf zum Köcheln gebracht. Die 2 TL Erdnussbutter darunter rühren, dann die Reiswaffeln und die Nüsse dazugeben. Achtung, die Masse kühlt ab jetzt schnell ab, deshalb muss der nächste Schritt schnell gehen:
5. Die Hälfte der Reiswaffeln in die vorbereitete Form geben, dann flach drücken. (Das geht am besten mit einem Glas, das unten mit etwas Wasser angefeuchtet ist.) Hierauf kommt nun die Schoko-Erdnussmasse und, last but certainly not least, der Rest der Reiswaffeln. Am Ende wieder abflachen.
6. Das ganze muss jetzt für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank. Danach die Erdnusswürfel in kleine… naja, meinetwegen auch Rauten! schneiden und essen! Viel schafft man davon aber nicht, der Rest hält sich in der Keksdose ein paar Tage.

Mein erster Strudel

Heute ist ja Tag der Deutschen Einheit, da dachte ich mir, ich steuere auch mal etwas bei – einen traditionellen Apfelstrudel. Bisher hatte ich mich nicht wirklich dran getraut, da sich das „Ausrollen auf der bemehlten Tischdecke“, das sich so im Backbuch fand, nach echt fiesem Schmodder anhört! Ich habe mal die Methode geändert, denn bevor ich meine selbst genähte Tischdecke freiwillig bemehle, muss schon ein bisschen mehr kommen als Tag der Deutschen Einheit! Hat zum Glück geklappt. 🙂

Wem das Nationalgeseihere so gar nicht nahe geht, lässt sich sicherlich mit dem unschlagbarsten aller Argumente überzeugen: Der Zucker karamelisiert in den Strudelecken und vermischt sich mit den Cashews zu einer unnachahmlichen Masse – das ist einfach nur wahnsinnig lecker und die Mühe 1000 Mal wert!!!

Dauer: insgesamt ca. 1 Stunde 15, aber nicht allzu lange aktiv

Schwierigkeit: ***

Das braucht man für den kleinen Apfelstrudel (ergibt etwa 8 Stücke wie auf dem Foto): 

  • 100 g Weizenmehl (diesmal bitte weißes nehmen!)
  • 40 ml lauwarmes Wasser
  • 50 g zerlassene Margarine (Öl geht auch, dann aber bitte was geschmacksneutrales! Wenn jemand Olivenöl nimmt, will ich mir das Geheule nicht anhören! :-))
  • 500-600 g Äpfel (sind so nach Größe 4-6 Stück)
  • 1/2 Bio-Zitrone, Schale und Saft
  • 25 g Rosinen
  • Prise Zimt
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 3 EL Zucker + 1 TL Zucker zum Bestreuen
  • 3 EL gehackte, gestiftelte oder sonstwie zerkleinerte Cashewkerne oder Mandeln (bestimmt gehen auch andere Nüsse, da bin ich ganz zuversichtlich)
  • 1 Topf mit etwas Wasser
  • 1 großen Bogen Backpapier (Achtung, Recyclingtrick folgt! :-))

Seitenansicht

So löppt dat: 

1. Den Topf mit ganz wenig Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Sinnvollerweise kann man das Wasserbad gleich dazu benutzen, um die Margarine zu zerlassen. (Oder hat das jetzt wirklich jemand schon beim Anblick der Zutatenliste getan? Falls ja: Reschpekt!)

2. Währenddessen macht man denn mal den Teig. Dafür das Mehl auf eine Arbeitsfläche geben (oder in eine große Schüssel, wenn man keinen Bock auf Putzen hat und eine Spülmaschine besitzt). Nacheinander das Wasser, etwas Salz und – Achtung – die Hälfte der Margarine dazu geben.

3. Der Teig wird so lange geknetet, dass man ihn zu einem dicken Ball formen kann. Ins Backpapier einwickeln, das Wasser aus dem Topf mit einem Teebeutel in eine Tasse geben (oder wegschütten, wenn’s sein muss), den Herd ausstellen und den Teig im Pergament in den heißen Topf legen, Teller oder Deckel drauf. Das bleibt jetzt so 20 min stehen.

4. In der Zwischenzeit die Äpfel schälen und würfeln. Am besten gleich mit etwas Zitronensaft besprenkeln, damit die Äpfel nicht braun werden. Zitronen gut mit heißem Wasser abspülen und etwas von der Schale über die Äpfel reiben, alles mit Rosinen und Zimt vermischen.

5. Langsam mal den Ofen einschalten, es wird Zeit: 175°C bei Ober/Unterhitze, 160°C bei Heißluft.

5. Nun kommt die einzig anspruchsvolle Stelle im Rezept: der Teig muss ausgerollt werden. Und zwar so dünn, dass er durchsichtig wird. Das geht aber ziemlich leicht, weil er kaum klebt. Hier kommt der Recyclingtrick: Das Backpapier kann nun statt der in liebevoller Kleinarbeit mit dem Mund unter Wasser geklöppelten Tischdecke als Unterlage genommen werden und muss nicht einmal bemehlt werden! Genial, oder? Nach dem ersten Ausrollen ist der Teig eher rund. Mit den Händen unter den Teig greifen und vorsichtig in eine rechteckige Form ziehen. So in etwa jedenfalls. Er schmeckt ja notfalls auch schief…

6. Jetzt wird der Teig mit etwas von der geschmolzenen Margarine eingepinselt. Darauf kommen die Semmelbrösel. Nun bitte nur noch die untere Längsseite belegen: Zucker, Cashews/Mandeln/Nüsse und die Apfelmischung drauf und von der dicken Seite aus aufrollen, indem man unter das Backpapier greift. Jetzt kann man die Enden etwas zusammendrücken und mit dem Backpapier zum Ofen tragen und dort aufs Backblech legen.

7. Der Strudel muss immer mal wieder mit der Margarine eingepinselt werden. Nach einer halben Stunde wird das letzte Mal gepinselt, diesmal gibt es noch den TL Zucker oben drauf. In aller Ruhe Kaffee kochen und der Strudel ist fertig!

Dazu gibt’s… Vanilleeis (z.B. Swedish Glace, wie auf dem Foto) oder -soße.