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Mein erster Strudel

Heute ist ja Tag der Deutschen Einheit, da dachte ich mir, ich steuere auch mal etwas bei – einen traditionellen Apfelstrudel. Bisher hatte ich mich nicht wirklich dran getraut, da sich das „Ausrollen auf der bemehlten Tischdecke“, das sich so im Backbuch fand, nach echt fiesem Schmodder anhört! Ich habe mal die Methode geändert, denn bevor ich meine selbst genähte Tischdecke freiwillig bemehle, muss schon ein bisschen mehr kommen als Tag der Deutschen Einheit! Hat zum Glück geklappt. 🙂

Wem das Nationalgeseihere so gar nicht nahe geht, lässt sich sicherlich mit dem unschlagbarsten aller Argumente überzeugen: Der Zucker karamelisiert in den Strudelecken und vermischt sich mit den Cashews zu einer unnachahmlichen Masse – das ist einfach nur wahnsinnig lecker und die Mühe 1000 Mal wert!!!

Dauer: insgesamt ca. 1 Stunde 15, aber nicht allzu lange aktiv

Schwierigkeit: ***

Das braucht man für den kleinen Apfelstrudel (ergibt etwa 8 Stücke wie auf dem Foto): 

  • 100 g Weizenmehl (diesmal bitte weißes nehmen!)
  • 40 ml lauwarmes Wasser
  • 50 g zerlassene Margarine (Öl geht auch, dann aber bitte was geschmacksneutrales! Wenn jemand Olivenöl nimmt, will ich mir das Geheule nicht anhören! :-))
  • 500-600 g Äpfel (sind so nach Größe 4-6 Stück)
  • 1/2 Bio-Zitrone, Schale und Saft
  • 25 g Rosinen
  • Prise Zimt
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 3 EL Zucker + 1 TL Zucker zum Bestreuen
  • 3 EL gehackte, gestiftelte oder sonstwie zerkleinerte Cashewkerne oder Mandeln (bestimmt gehen auch andere Nüsse, da bin ich ganz zuversichtlich)
  • 1 Topf mit etwas Wasser
  • 1 großen Bogen Backpapier (Achtung, Recyclingtrick folgt! :-))

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So löppt dat: 

1. Den Topf mit ganz wenig Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Sinnvollerweise kann man das Wasserbad gleich dazu benutzen, um die Margarine zu zerlassen. (Oder hat das jetzt wirklich jemand schon beim Anblick der Zutatenliste getan? Falls ja: Reschpekt!)

2. Währenddessen macht man denn mal den Teig. Dafür das Mehl auf eine Arbeitsfläche geben (oder in eine große Schüssel, wenn man keinen Bock auf Putzen hat und eine Spülmaschine besitzt). Nacheinander das Wasser, etwas Salz und – Achtung – die Hälfte der Margarine dazu geben.

3. Der Teig wird so lange geknetet, dass man ihn zu einem dicken Ball formen kann. Ins Backpapier einwickeln, das Wasser aus dem Topf mit einem Teebeutel in eine Tasse geben (oder wegschütten, wenn’s sein muss), den Herd ausstellen und den Teig im Pergament in den heißen Topf legen, Teller oder Deckel drauf. Das bleibt jetzt so 20 min stehen.

4. In der Zwischenzeit die Äpfel schälen und würfeln. Am besten gleich mit etwas Zitronensaft besprenkeln, damit die Äpfel nicht braun werden. Zitronen gut mit heißem Wasser abspülen und etwas von der Schale über die Äpfel reiben, alles mit Rosinen und Zimt vermischen.

5. Langsam mal den Ofen einschalten, es wird Zeit: 175°C bei Ober/Unterhitze, 160°C bei Heißluft.

5. Nun kommt die einzig anspruchsvolle Stelle im Rezept: der Teig muss ausgerollt werden. Und zwar so dünn, dass er durchsichtig wird. Das geht aber ziemlich leicht, weil er kaum klebt. Hier kommt der Recyclingtrick: Das Backpapier kann nun statt der in liebevoller Kleinarbeit mit dem Mund unter Wasser geklöppelten Tischdecke als Unterlage genommen werden und muss nicht einmal bemehlt werden! Genial, oder? Nach dem ersten Ausrollen ist der Teig eher rund. Mit den Händen unter den Teig greifen und vorsichtig in eine rechteckige Form ziehen. So in etwa jedenfalls. Er schmeckt ja notfalls auch schief…

6. Jetzt wird der Teig mit etwas von der geschmolzenen Margarine eingepinselt. Darauf kommen die Semmelbrösel. Nun bitte nur noch die untere Längsseite belegen: Zucker, Cashews/Mandeln/Nüsse und die Apfelmischung drauf und von der dicken Seite aus aufrollen, indem man unter das Backpapier greift. Jetzt kann man die Enden etwas zusammendrücken und mit dem Backpapier zum Ofen tragen und dort aufs Backblech legen.

7. Der Strudel muss immer mal wieder mit der Margarine eingepinselt werden. Nach einer halben Stunde wird das letzte Mal gepinselt, diesmal gibt es noch den TL Zucker oben drauf. In aller Ruhe Kaffee kochen und der Strudel ist fertig!

Dazu gibt’s… Vanilleeis (z.B. Swedish Glace, wie auf dem Foto) oder -soße.